RAUFKREISEN - ein partizipativer Theaterparkour über Raufen, Kämpfen und Konsens

Titel, Wann, Wo

RAUFKREISEN - ein partizipativer Theaterparkour über Raufen, Kämpfen und Konsens

Januar 2025 - Januar 2026

Premiere Raufkreisen am 11.5.2025, weitere Aufführungen am 12. u. 13.5. am Fundus Theater

10.-14.11. 2025 Gastspieltour an Hamburger Grundschulen

Forschungsfrage/-thema

Warum lieben es Kinder zu raufen und Erwachsene verbieten es? Wie kann man körperliches Kämpfen als einen Möglichkeitsraum für emotional komplexe Erfahrungen begreifen? Wie entwickeln wir eine partizipative Performance, in der 60 Kinder live kämpfen können? Wie finden wir eine ästhetische Sprache für eine tabuisierte Thematik, die gleichzeitig dauerhaft präsent ist, wie das Raufen auf Pausenhöfen? Was braucht es für einen euphorischen Spaßkampf? Welche Gefühle fühlen wir, wenn wir kämpfen? Welche Zugänge brauchen unterschiedliche Kinder, um Spaß am Kämpfen zu entwickeln? Was unterscheidet Kämpfen von Gewalt? Welche Form des Kämpfens fühlt sich von Innen spannend an und sieht von Außen interessant aus?

Initiierende / Projektleitung

Estupefacta Kollektiv (Nora Kühnhold, Renée Grothkopf, Noa Noelani, Jula Meidenbauer, Miranda Simón Abelló, Ali Ahmad und Shey Rah)

Beteiligte Institutionen/Kontext und Anbindung

Forschung mit vier Grundschulen in Hamburg: Max-Brauer-Schule (3.Klasse), Ganztagsschule Fährstraße (Nachmittagsbetreuung mit 3.+4. Klasse & 2.+3. Klasse), demokratische Schule FleKS (1.-6. Klasse), Stadtteilschule Wilhelmsburg (3. Klasse).

Lehrer*innen-Workshop am Lehrerinstitut im Rahmen des Fachtags “Theater” (17.5.2025)

Lehrer*innen-Workshop in Kooperation mit dem Zentrum für Kulturelle Bildung und Vermittlung im Rahmen der Gastspieltour an Hamburger Grundschulen (4.11.2025)

Mitforschende

Antonia Rehfueß, Jasper Zschörnig, Josefine Hüllenkremer

Forschungsverfahren & Mittel

IN DEN WORKSHOPS mit den Grundschüler*innen:

1. Theater und Kämpfen bietet die Möglichkeit, sich der Thematik in unterschiedlichen Formen anzunähern: über Fiktion (z.B. Magiekämpfe) und über „hartes“ Box-Training

2. Toll fanden wir auch verschiedene Parkour-Stationen aufzubauen (https://wimasu.de/shop/unterrichtsmaterial-stationskarten-kaempfen/).

3. Als Fokus: Tiere, die kämpfen (erlaubt andere Bewegungsmuster).

4. Raumlaufen funktioniert gut als Training für Zeitlupe, Geschwindigkeiten, Härte, Stop.

5. Schattenboxen mit akustischen Kampfgeräuschen.

6. Lustige Save-Words überlegen und dadurch über Konsens sprechen: Unser Stop-Signal hieß Eistee.

7. Kinder interviewen sich gegenseitig zum Thema “Kämpfen”: z.B. Was ist das Gegenteil von Kämpfen für dich? Was ist ein fairer Kampf? Ein unfairer Kampf?

8. Sound kann die Intensität des Kämpfens sehr gut steuern.

IN DEN WORKSHOPS mit Lehrer*innen:

Befragung der Lehrer*innen nach ihren Erfahrungen mit “Spaßkämpfen” an ihren Schulen.

Austausch über Vermittlungsformate und Verstetigung von Raufen und Kämpfen im Schulkontext.

WÄHREND DER AUFFÜHRUNGEN:

Vier mögliche Partizipationsebenen: 1. Zuschauen im Raum/um den Ring (Möglichkeit angesprochen und angespielt zu werden), 2. Zuschauen von der “Rückzugs-Matte” (keine aktive Partizipation), 3. Chillige Gruppe (aktives Kämpfen ohne Körperkontakt), 4. Action Gruppe (aktives Kämpfen mit Körperkontakt).

Eistee-Sanitäter Figur konnte über das ganze Stück mit Kindern in Kontakt treten, kurze Gespräche führen, Verletzungen und Frustrationen mit Eistee und Eiswürfeln verarzten und so Stimmungen und Bedürfnisse der Kinder zum Thema Kämpfen wahrnehmen

Präsentationsformate/Dokumentationsformen

Aufführungen im Fundus Theater und an Grundschulen

Workshop- und Vermittlungsformate

Prozessorganisation/Dauer

Zwei Projektwochen und ein Nachmittagsworkshop mit Präsentationen an Grundschulen (Januar-April 2025)

Proben und Probenbesuche (April-Mai 2025)

Gastspieltour (November 2025)

anschließende Workshops an drei Schulen mit gemeinsamer Präsentation im Januar 2026

Forschungsergebnisse

Kämpfen setzt sehr viel positive Energie frei, an die man kreativ anknüpfen kann.

Kinder sprechen lieber von Kämpfen als von Raufen/Rangeln. Wir vermuten, Raufen ist ein adultistischer Begriff.

Die Verletzungsgefahr ist geringer als wir dachten!
Bühnenbild und Soundkonzept können die Aufgabe von Erklärungen (wie in den Workshops) übernehmen: räumliche Abgrenzungen sortieren Partizipation und der Sound kann Stop-Signale und Stimmungen vorgeben.

Die geschlechtlichen Vorurteile in Bezug auf Kämpfen sind unbegründet: Kinder aller Geschlechter kämpfen gerne, manche haben mehr Übung und fangen schneller an zu kämpfen, andere brauchen einen Ticken länger und andere Formen der Einladung.

Referenzen & Sonstiges

Instagram: estupefacta_kollektiv